Backtag

Heute war mal wieder SonnBacktag mit folgendem Ergebnis:

  • Roggenmischbrote
  • Brötchen
  • Hörnchen
  • Kümmel-Hörnchen mit Hackfleischfüllung
  • Mohnzöpfe
  • Weißbrot
  • Apfelkuchen
  • Apfel mit Rum-Cranberries gefüllt im Teigmantel

Die Brötchen sind diesmal leider nicht ganz so gelungen - Brotbacken ist irgendwie einfacher.

Diesmal habe ich zum ersten mal auch selbst gezüchteten Sauerteig verwendet. Im Vergleich zu meinen bisherigen Versuchen mit gekauftem Trockensauerteig war das Ergebnis deutlich besser.

Wenn der Sauerteig stabil bleibt, kann ich in Zukunft vielleicht gänzlich ohne künstliche Chemie-Hefe ausgkommen.

Posted in | Posted on 30 Sep 2007 18:28by Tobi | no comments

Letzte Arbeiten am Backofen

Inzwischen ist der Backofen so gut wie fertig. Der Unterbau muss noch eine Tür bekommen und alles muss mit weißem Fugenmörtel verfugt werden.

Für die roten Bitumen-Biberschwanzschindeln sowie die Ort- und Traufbleche aus Aluminium musste ich nochmal etwas tiefer in den Geldbeutel greifen. Beim diesjährigen "Sommer" war das Dach allerdings auch bitter nötig.

Dort wo der Schlot direkt durch den Dachfirst führt, muss ein großes Loch in die Schalung geschnitten werden. Das Ofenrohr kann sehr heiß werden, daher muss zu allen Holzteilen ausreichend Abstand gehalten werden!

Ein Aluminiumblech verblendet das Loch um das Ofenrohr herum. Das Blech sollte keine Berührungspunkte zum Rohr haben, da sonst die darüber transportierte Wärme die Bitumenschindeln zum Schmelzen bringen würde.

Das Ofenrohr selbst ist ein 5 mm Eisenrohr vom Schrottplatz. Zwei angeschweißte Edelstahlbleche ein bis zwei Zentimeter über dem Alublech sorgen dafür, dass kein Regen in den Spalt zwischen Rohr und Dach fließen kann.

Ofenrohr

Auf dem Schrottplatz bin ich auch über eine kleine Zink-Wanne gestolpert, die jetzt einen prima Aschenkasten abgibt.

Aschenkasten

Alles in allem hat der Ofen sich bis jetzt gut bewährt. Einmal eingeheizt reicht die Wärme gerade so für eine Ladung Brötchen und eine Ladung Brot. Danach ist die Temperatur auf unter 250 Grad abgefallen, was allerdings noch immer genug ist, um Kuchen zu backen oder einen Braten zu garen. Danach fällt die Temperatur relativ schnell auf ca. 100 Grad ab, wo sie sich dann aber auch über 15-20 Stunden hält. Bei 60-70 Grad kann man am nächsten Tag noch prima Früchte drin trocken. Zumindest mit Pflaumen und Äpfeln hat das recht gut funktioniert.

Holzmiete

Zwei Drittel meines Holzvorrates sind leider schon aufgebraucht, weshalb ich wohl demnächst nochmal eine Ladung Brennholz kaufen muss. Für übernächstes Jahr habe ich mit meinem Vater an der Kettensäge aber schon Holz im Wald geholt, welches bis dahin in einer Holzmiete hinter dem Ofen schön trocknen kann.

Posted in | Posted on 24 Sep 2007 18:46by Tobi | no comments

Backofen - Die Feuertaufe

Nach einigen Wochen Bauzeit wurde es nun Zeit für die erste Feuertaufe.

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Bevor der Ofen voll auf Touren gebracht wird, sollte er zunächst drei mal angefeuert werden. Die Temperatur soll dabei immer etwas gesteigert werden.

Beim ersten Anfeuern hatte ich den Ofen mit drei Holzscheiten auf ca. 150° gebracht. Beim nächsten Mal dann auf 250° und zu guter Letzt auf über 300° Grad. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass ich das Thermometer herausnehmen kann. Denn wenn das Feuer richtig brennt, wird die Maximaltemperatur von 500° schnell überschritten. Eventuell wäre ein Thermometer mit mindestens 700° die bessere Wahl gewesen.

Wie zu erwarten war, haben sich auch schnell die ersten kleinen Risse gezeigt. Besonders betroffen war die obere Nahtstelle zwischen Rückwand und Gewölbebogen. Trotz der kleinen Risse ist der Ofen jedoch dicht,sodass kein Grund zur Sorge besteht. Gegebenenfalls können die Risse mit etwas Schamottemörttel geschlossen werden.

Da mir das Feuerholz zu schade war, um es nur so zum Spaß abzufackeln, hatte ich mit dem dritten Versuch auch schonmal zwei Brote reingeschoben. Da ich noch nicht wusste, ob sie vielleicht verkohlt wieder rauskommen, griff ich zunächst auf Backmischungen aus dem Supermarkt zurück. Leider war eine wohl schon etwas überlagert und der Teig ging garnicht erst auf. Das andere Brot ist jedoch auf Anhieb recht gut gelungen. Durch die gleichmäßige Hitze im Backofen hatte es eine sehr schöne Kruste und war auch von unten gut durch, was mir im Elektroherd noch nie richtig gelungen ist.

Danach war sogar noch genug Hitze da, um einen Mandelkuchen zu backen.

Inzwischen habe ich die Außenmauer bis zwei Reihen über das Schamottegewölbe hochgezogen und den Innenraum mit 20cm starker Rockwool Steinwolle isoliert. Zwischen Isolierung und Außenwand sollte ein Luftspalt bleiben, damit der Wasserdampf nach oben entweichen kann. Gegenfalls müssen Holzlatten hier für den nötigen Abstand sorgen.

Heute kam der Ofen dann auch schon zum vierten Mal zum Einsatz. Diesmal habe ich zwei Dutzend Brötchen und zwei aus getrocknetem Sauerteig selbst hergestellte Brote gebacken. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Familie und Nachbarn waren begeistert, auch wenn hier und da sicher noch etwas Feintuning von Nöten ist. Ein Bäckermeister wird man halt nicht von heute auf morgen.

Als nächstes steht das Dach auf dem Plan. Einen konkreten Plan habe ich dafür noch nicht. Mal sehen, was dabei heraus kommt.

Posted in | Posted on 03 Jun 2007 18:54by Tobi | 2 comments

Backofen - Der Backraum

So langsam nimmt der Ofen Form an. Inzwischen ist der Backraum aus Schamottesteinen fertig und der Ofen wartet im Prinzip schon auf das erste kleine Feuer.

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Das Schamottegwölbe

Für den Backraum habe ich insgesamt 83 Schamottesteine im Format 250x124x64 sowie drei Sack Schamottemörtel à 25 kg verbraucht. Zusammen mit sechs Backofenplatten à 280x280x55 hat mich das immerhin die stolze Summe von fast 400 Euro gekostet. Der einzige Baumarkt, der Schmottesteine im Angebot hatte, war Globus. Dort kostete ein Stein in obigem Format ca. 2,30 Euro. Was genau das für ein Schamotte war, konnte mir jedoch keiner sagen. Daher bin ich letztendlich auch beim netten Ofenbaumeister Lindner um die Ecke in Crock gelandet. Der schwört auf österreichische Schamottesteine der Firma Rath in RHS-Qualität. Qualität hat, wie könnte es auch anders sein, jedoch ihren Preis, der in diesem Fall mit etwa 2,76 Euro zu Buche schlägt. Da ich beim Kernstück des Backofens jedoch nichts riskieren wollte, habe ich in den sauren Apfel gebissen und bin dem Rat des Fachmanns gefolgt.

Bevor die ersten Schamottesteine gesetzt werden, sind jedoch erstmal zwei Reihen Klinkersteine dran. Diese bilden die Einfassung für das spätere Sandbett, auf welches die Schamotte-Bodenplatten aufgelegt werden.Die Klinkersteine werden direkt auf die Betonplatte gemauert. An den Seiten geben im Beton verschraubte Winkeleisen zusätzlichen Halt. Die unterste Reihe kann noch mit normalem Mörtel gemauert werden, bei der nächsten sollte schon der hitzebeständigere Schmottemörtel verwendet werden.

Sind die untersten zwei Reihen Klinkersteine gesetzt, gilt es zunächst ein Stützskelett für das spätere Backraumgewölbe zu bauen. Entsprechend der Backraumwölbung werden dazu zwei Halbkreise aus Holz (z.B. aus den Resten der Verschalung für die Betonplatte) zugeschnitten. Diese bekommen je zwei Dachlatten als Standfüße. Weitere Dachlatten werden auf die Halbbögen genagelt und die Konstruktion wird zwischen den zwei Klinkerreihen ausgerichtet und fixiert. Zu beachten ist, dass man diese Holzkonstruktion später auch wieder entfernen muss. Die Standfüße am besten also nur mit Holzschrauben verbinden, die später leicht gelöst werden können.

Ein Bogen besteht aus genau 18 Steinen, wobei die untersten zwei Reihen noch senkrecht aufeinander stehen, bevor der Bogen beginnt. Die Schamottesteine werden so verbaut, dass eine 124 mm starke Backraumwand entsteht. Wie schon bei den Klinkersteinen, wird auch hier versetzt gemauert, sodass neun Steine zunächst halbiert werden müssen. Schlitzt man die Schamottesteine rundherum mit einer Flex und Diamanttrennscheibe an, so kann man sie mit einem breiten Meißel vorsichtig zerteilen. Besser ist es natürlich, man zerschneidet sie komplett, falls das nötige Equipment zur Hand ist.

Beim Mauern des Gewölbes ist darauf zu achten, dass die Längskanten der Steine in der Mitte aneinander stoßen. Die Stoßfugen sollten möglichst klein gehalten werden - ca. 5 mm. Da die Lagerfugen auf der Außenseite mehr als 2 cm breit sind, sollten kleine Ziegelsplitter reingedrückt werden, die zum einen mehr Stabilität geben und zum anderen dadurch Mörtel gespart wird. Dieser sollte laut Verpackung übrigens nur bis max. 7mm Fugenbreite eingesetzt werden. Ein Grund mehr also, die breiten Lagerfugen mit Ziegelstückchen etwas auszufüllen.

An der Frontseite werden in die Lagerfugen Drahtschlingen mit eingemauert. Die heraus schauenden Enden werden dann später in die Fugen der Frontmauer eingemauert.

Die obersten zwei Stein auf der Vorderseite werden zunächst weggelassen. Hier soll später der Schornstein eingepasst werden. Ist der Gewölbebogen fertig, kann nach zwei bis drei Tagen die Innenverschalung entfernt werden. Nun kann auch die Rückwand zugemauert werden. Die Steine werden wieder so gesetzt, dass eine 124 mm starke Wand entsteht.

Jetzt kann der Boden auch schon mit Sand aufgefüllt werden und die Bodenplatten können verlegt werden. Ist die Vorderseite erstmal bis auf den kleinen Eingang zugemauert, ist das Verlegen der Platten etwas schwierig.

Die Schmatotteplatten werden einfach lose und auf Stoß auf des Sandbett gelegt und mit der Wasserwaage ausgerichtet. Dadurch, dass die Platten nicht fest eingemauert werden, ist es später leichter, einzelne Platten auszutauschen, falls das mal nötig sein sollte. Außerdem können die Platten so etwas arbeiten, was Rissen und Sprüngen durch die große Hitze vorbeugt.

Der verbleibende Spalt am hinteren Ende wird durch entsprechend zugeschnittene Rester der Schamottesteine aufgefüllt.

Der Schornsteinansatz

Für den Schornstein muss zunächst ein starkes Eisenrohr mit einem Innendurchmesser von mind. 120mm und einer Wandungung von mind. 3 mm gefunden werden. Das Rohr muss nicht lang sein, denn es wird später durch normales Ofenrohr verlängert.

Eine eingebaute Klappe mit einem entsprechend langen Hebel, erlaubt es, das Rohr zu verschließen. Seitlich angeschweisste Stützstreben lassen das Rohr auf dem Schamotte aufliegen, sodass es problemlos in den Bogen mit eingemauert werden kann.

Die Ofentür

Der Bau einer Ofentür kann recht aufwendig sein, man sollte daher die Alternative, sich eine fertige Ofentür zu kaufen, in Betracht ziehen. Andernfalls könnte eine mögliche Variante z.B. so aussehen:

Ein aus Winkeleisen geschweißter Rahmen bildet den rechteckigen Türrahmen. In den Rahmen eingeschweißte Laschen, verankern diesen in den Mauerfugen. An der Seite können dann z.B. alte Türscharniere angeschweißt werden. Das Türblatt besteht aus einer 5 mm starken Stahlplatte. Dies wird so zurecht geschnitten, dass sie oben einen Bogen hat - muss nicht sein, sieht aber netter aus. Auch hier werden die Scharniere angeschweißt oder, wenn möglich, angeschraubt.

Innen wird das Türblatt mit einer oder mehreren Schamotteplatten verstärkt. Diese werden mit angeschweißten Winkeln fixiert. Bei mir musst die alte Backofenplatte für 15 Euro dran glauben, mit der ich bisher versucht habe im Elektroherd etwas "Steinbackofen-Flair" zu erzeugen (was aber nicht wirklich funktioniert hat).

An der Unterseite der Tür werden Löcher gebohrt, durch welche später Frischluft in den Ofen kommt. Ein Flacheisen mit der gleichen Anzahl Löcher wird als Schieber innen oder außen angebracht, sodass durch seitliches Hin- und Herschieben die Sauerstoffzufuhr reguliert werden kann.

Außerdem bekommt die Tür noch eine runde Aussparung, durch die das Thermometer zu sehen ist. Ich habe ein 30 cm langes Kamin-/Rauchgasthermometer (bis 500°C) eingebaut, welches bei eBay schon für 17 Euro zu bekommen ist.

Ausblick

Die nächsten Punkte auf dem Arbeitsplan sind das Fertigstellen der Tür und das erste Anfeuern. Fertig getrocknetes Buchenholz für 60 Euro pro Palette habe ich schon im Unterbau des Ofens eingelagert. Damit das Holz nicht durch Kondenswasser zu feucht wird, sorgen von schräg unten nach oben gebohrte Löcher auf der Rückseite für etwas Durchlüftung.

Material

  • 85 x Hafnerziegel rau NF (250x124x64) RHS - ca 240 Euro
  • 3 x Rath Versetzmörtel "Universal Super", mittlere Körnung 2-3mm - ca. 90 Euro
  • 6 Backofenplatten 280x280x55 - ca. 70 Euro
  • 3 x 25 kg / 20 l Sand
  • Dachlatten
  • Diverses Stahl-Material für die Ofentür
  • Klinkersteine
  • Draht

Posted in | Posted on 19 May 2007 21:37by Tobi | no comments

Backofen - Der Unterbau

Über Ostern ging es auf der Backofenbaustelle wieder etwas voran. Gemessen an den Höhenmetern ist der Backofen nun schon fast zur Hälfte fertig, auch wenn sicher erst ein Drittel der Arbeit geschafft ist.

Mauer_unterste_reihe

Lange habe ich darüber gegrübelt, welches Material ich für den Sockel verwenden soll. Dieser soll die Grundplatte für den Backofen tragen und gleichzeitig als Lager für Brennholz dienen. Klinkersteine sind recht teuer, Porenbeton nicht sehr witterungsfest und nackte Betonsteine nicht besonders hübsch. Letztendlich fiel die Entscheidung zu Gunsten von Ziegelsteinen (Klinker) im NF-Format (240 x 115 x 71) aus. Leider haben die weder Globus, Praktiker, Marktkauf noch OBI im Angebot. Einzig der Knothe Baustoffmarkt blieb übrig und dort sollte ein Verblendklinker 70-80 Cent kosten. Auch mit ausgehandeltem Rabatt war der Preis aber noch zu happig. Günstiger waren die Kanalklinker für knapp 51 Cent. Im Gegensatz zu den Verblendklinkern sind diese zwar massiv, aber nach den selben DIN-Normen frostbeständig und auch optisch vollkommen ok.

Rechtzeitig zu Ostern wurden die Kanalklinker geliefert, sodass wir die Feiertage nutzen konnten, um unsere bis dahin noch nicht vorhanden Fähigkeiten als Maurer unter Beweis zu stellen. So haben wir zu zweit dann auch insgesamt knapp drei Tage für das Hochziehen der Mauern gebraucht.

Gebaut wurde im so genannten "Läuferverband". D.h. die Steine wurden in Längsrichtung zu einer 115 mm starken Mauer verbaut. Wichtig ist, dass die Steine immer um einen halben Stein versetzt gemauert werden. Da eine umlaufende Mauer entsteht, mussten nur am Eingang Steine halbiert werden. Der Unterbau soll eine Fläche von 1,5 m x 1,5 m haben und ca. 70 cm hoch werden. Dafür werden knapp 190 Steine benötigt.

Unter der ersten Mauerschicht muss eine Mauersperrbahn eingebracht werden, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit zu verhindern. Diese gibt es in der passenden Breite von 115 mm im Baumarkt. Auf dem Betonfundament werden zunächst die Außen- und die Innenkanten der Mauer aufgezeichnet. Das Spannen von Schnüren hat sich als unpraktisch erwiesen. Seite für Seite wird auf diesen Markierungen eine Schicht Mörtel aufgetragen, die Mauersperrbahn aufgelegt und darauf wieder Mörtel verteilt, bevor die Steine gesetzt werden. An den Ecken müssen sich die Mauersperrbahnen überlappen. Auf diese Weise wird die unterste Mauerschicht einmal rundrum gebaut und mit Anschlag, Winkel und Wasserwaage so gut es eben geht ausgerichtet. Der Mörtel zieht recht schnell an, sodass man nie mehr als eine Seite am Stück setzen sollte.

Die nächste Schicht beginnt man zunächst mit den Ecksteinen. An jeweils zwei Ecken gleichzeitig wird Mörtel aufgetragen (ca. 1 cm Fugenbreite) und die Steine werden mit der Wasserwaage und einem entsprechen langen Anschlag horizontal und vertikal ausgerichtet. Sind alle vier Ecksteine gesetzt, folgen Seite für Seite die übrigen Steine. Erst den Mörtel auf die untere Reihe auftragen, dann einen Klacks Mörtel auf das Ende des Steins und den Stein mit einer Fugenbreite von ca. 1 cm daraufsetzen. Da die Ecksteine schon ausgerichtet sind, ist das recht einfach. Es ist nicht so schlimm, wenn ein Stein mal nicht ganz in der Waage ist oder ein paar Millimeter zu tief sitzt. Mit der nächsten Mauerschicht kann das wieder ausgeglichen werden. Wichtig ist nur, dass die Steine in der Senkrechten möglichst gerade sind.

Am einfachsten fand ich das Ausrichten der Steine, wenn ich zuvor ordentlich viel Mörtel auf die untere Reihe aufgebracht habe. Was an der Seite raus quillt, streift man dann sofort mit der Kelle ab. Durch kleine Schläge mit dem Griff der Kelle kann man den Stein gut ausrichten.

Spätestens nach einer Stunde sollten die Fugen 5-10 mm tief ausgekratzt werden, um sie später mit weißem Fugenmörtel auch optisch ansprechend hervorheben zu können.

Auf der Vorderseite soll die Mauer eine Öffnung von ca 52 cm haben. Dort wird nur die unterste Reihe durchgehend gemauert. Darüber bleiben in der Mitte mindestens zwei Steine frei. Die Vorderseite wird erst ganz zum Schluss fertig gemauert.

Nach neun Reihen ist die richtige Höhe erreicht. Die Öffnung soll ca. 50 cm hoch sein und einen kleinen Mauerbogen haben, da ich ich nicht extra einen Sturz einbauen wollte. Dazu habe ich mir einfach aus Pappe kleine Quadrate entsprechend den Maßen der Klinkersteine ausgeschnitten (ca 71 x 80) und diese auf einem Blatt Papier zu einem Bogen angeordnet (Fugen nicht vergessen!). Den Bogen habe ich dann auf ein Styrodurplatte übertragen, ausgeschnitten und in die Vorderseite der Mauer eingepasst. So konnte der Mauerbogen problemlos gemauert werden. Das Zuschneiden der Steine war jedoch nicht ganz einfach und mein Vater hatte danach ein gesunde rote Gesichtsfarbe :-) Etwaig übrig geblieben Ziegelbruchstücke können später beim Bau des Backraums wiederverwendet werden, um dem Schmaottegewölbe in den breiten Fugen etwas mehr Stabilität zu geben.

Nachdem die vier Mauern stehen, ist die Grundplatte dran. Diese wird, wie das Fundament, aus Beton gegossen und soll ca. 8 cm stark sein. Innerhalb der Mauern werden dazu Spanplatten eingesetzt, die nach unten hin abgestützt werden. Die Platten können ruhig 3-4 cm tiefer sitzen. An den Seiten und hinten bilden Bretter eine Verschalung, deren Oberkante später mit der Oberfläche der Betonplatte abschließen soll. Vorne soll die Betonplatte in einem Bogen 15-25 cm über die Mauer hinausragen. Dazu wird zunächst aus einem entsprechend breiten Brett ein Bogen ausgeschnitten. Das Brett wird dann mit den Seitenbrettern verschraubt und ebenfalls nach unten abgestützt. Ein Aluminiumblechstreifen bildet die vordere Wandung der Verschalung. Aufgeschraubte Dachlatten sollen es später ermöglichen, die Seitenbretter nochmal seitlich abzustützen.

Die Armierung für die Grundplatte sollte nicht zu schwach dimensioniert sein, da die Temperaturschwankungen beim Backen sonst zu unerfreulichen Rissen führen könnte. Wir haben dazu einfach ein Skelet aus Vierkantprofilrohr, T-Profilen und Stahlstreben geschweisst. Darüber kam noch eine Estrichmatte aus dem Baumarkt.

Nun folgt das selbe Spiel wie zu Anfang - jede Menge Betonestrich mischen. Diesmal waren exakt 14 Sack á 40 kg nötig. Zum Verdichten haben wir uns diesmal vom freundlichen Nachbarn einen Innenrüttler ausgeliehen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn wir haben festgestellt, dass sich beim Verdichten die Armierung langsam anhebt. Sie schwimmt sozusagen oben. Eventuell sollte die Armierung daher zuvor mit dünnem Draht in den Bodenplatten verankert werden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nach drei Tagen konnte die Verschalung runter und die Grundplatte macht einen stabilen Eindruck. Der Rand wurde mit Zementmörtel lediglich etwas ausgebessert und verputzt.

Hier noch eine kleine Materialliste:

  • 190 Stück Klinkersteine NF-Format 240 x 114 x 71 (ca. 95 Eur, Lieferung für eine ganze Palette mit 364 Steinen 23 Euro)
  • 4 Sack Maxitmur 958 Trassenzement á 40 kg (ca. 19 Euro)
  • 14 Sack Betonestrich á 40 kg (ca 28 Euro)
  • 2 Estrichmatten 200 x 100 (6,98 Euro)
  • 2 MSB Verlegeplatten (9,22)
  • 6 Dachlatten (4,20 Euro)
  • Bretter für die Verschalung
  • Armierung (Baustahlmatten o.ä.)

Posted in | Posted on 19 Apr 2007 09:44by Tobi | no comments