Star Trek XI - The Fast and the Furious

Gerade komme ich von Star Trek XI nach Hause und muss jetzt ganz einfach mal meinen Senf dazu loswerden.

Vorsicht ! Spoiler ahead! Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte besser nicht weiterlesen!

Für mich ist Star Trek: "Neue, unbekannte Zivilisationen zu entdecken und dorthin zu gehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist". ...Star Trek XI ist das leider nicht.

Der Film ist ganz nett, wenn man keinen Star Trek-Film erwartet. Zwar ist der Film auch für Fans durchaus sehenswert, da es viele kleine Anspielungen an alte Star Trek-Folgen gibt, aber unterm Strich fehlt ganz einfach das Flair, das Star Trek ausmacht.

Die Besetzung ist eigentlich garnichtmal so schlecht. Karl Urban gibt einen ziemlich guten Dr. "Pille" McCoy ab und Spock fand ich mit Zachary Quinto gut besetzt. Auch der Rest gäbe eine recht gute Enterprise-Crew ab, hätte man ihnen die Gelegenheit dazu gegeben. Schmerzlich vermisst habe ich ein "Ey ey, Captain" von Simon Pegg als Scotty. Leider läuft der ganze Film im Schnellvorlauf ab, was den Charakteren irgendwie die Möglichkeit nimmt miteinander zu interagieren. Stattdessen werden Spock und Uhura zum Knutschen in den Turbolift gesteckt, Scotty darf eine Fahrt in der Wasserrutsche machen, Kirk muss auf einem Eisplaneten vor CGI-Monstern davon rennen und Chekov hat Mühe dem Schiffscomputer mit seinem russischen Akzent Anweisungen zu geben. Und wo ich gerade beim Schiff bin - Die Enterprise sieht zwar von außen so aus, wie man sie erwartet, aber der Innenraumdesigner hat total versagt. Der Maschinenraum erinnert eher an eine Ölraffinnerie oder Chemiefabrik als an ein Raumschiff. Im krassen Gegegensatz dazu ist die Brücke ultra-modern und stylisch. Das passt weder zusammen, noch erinnert es an irgendeine Version der Enterprise, die es jemals gab. Wenigstens der Transporterraum war ok.

Die Storyline ist nicht sonderlich einfallsreich - Tätowierter Romulanischer Kohle-Kumpel wird nach der Zerstörung von Romulus in die Vergangenheit verschlagen, wo er sich an Spock und dem Rest der Förderation wegen unterlassener Hilfeleistung rächen will. Am Ende sind die Planeten Romulus und Vulkan zerstört, es gibt nur noch eine Hand voll Vulkanier und Spocks Mutter ist tot, was letztendlich auf eine vollständig neue Zeitlinie hinausläuft, die mit dem "alten" Star Trek-Universum nicht mehr viel zu tun hat. Immerhin gibt das die Möglichkeit, in einer etwaigen Fortsetzung im Kino oder auf der Mattscheibe ohne den "Druck" an alte Star Trek-Folgen anschließen zu müssen, etwas neues auf die Beine zu stellen. So hört der Film auch an der Stelle auf, an der ich ihn gerne hätte beginnen sehen: Zu den Klängen von Alexander Courage fliegt die Enterprise neuen Abenteuern entgegen.

Auch Vor- und Abspann des Films sind nicht sehr Star Trek-like. Immerhin wurde ganz zum Schluß, wenn eigentlich schon niemand mehr im Kino sitzt, eine Widmung für Gene und Majel Roddenberry platziert. Schade, das Kinofilme in Deutschland immer synchronisiert werden, denn in Star Trek XI ist die letzten Dezember verstorbene Majel Barrett Roddenberry leider zum letzten mal als Computerstimme zu höhren.

Bleibt zu hoffen, dass es ein Star Trek XII geben wird und Kirk & Co. dann endlich die Gelegenheit bekommen, neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen.

Fazit: Viel Action - wenig Spannung, viele Star Trek-Referenzen - wenig Star Trek-Feeling, gute Schauspieler - doofes Drehbuch. Trotzdem: Anschauen und selber eine Meinung bilden! Wenn man nicht mit all zu hohen Erwartungen ins Kino geht, bietet der Film durchaus kurzweilige Unterhaltung. Der Film hat viele gute Ansätze, vieles ist aber meiner Meinung nach auch einfach nur in die Hose gegangen.

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Posted in | Posted on 07 May 2009 23:09by Tobi | no comments